Der Job

Diesen Monat steige ich wieder in meinen alten Job ein. Und da ich wirklich nicht gerade besonders scharf darauf bin, wieder ausgerechnet in diesen Job zurückzukehren, werde ich jede freie Minute die ich habe, dazu nutzen, mich voll und ganz um meinen Sohn und mich zu kümmern.Denn mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird mich jeden Tag nach der Arbeit ein Schreikrampf überfallen, wenn ich daran denke, was ich alles hätte in meinem Leben tun können.

Was habe ich gelernt?: Krankenschwester! Jawohl. Ein Job, in dem Mann sich jeden Tag den Arsch bis auf die Grundmauern aufreißt, Mehr arbeitet, als gestattet ist, ständig sich irgendeinen Mist einfängt, dank kranker Kollegen die trotzdem arbeiten kommen, in dem man sich ständig mit irgendwelchen Ärzten und Kollegen die Köpfe einschlägt, die anderer Ansicht sind als du. Entweder du bist in einem Bereich aufgehoben, wo das Arbeitsfeld super interessant aber abnormal stressig ist, oder du bist in einem Bereich, wo du ständig nur angekackt, angepinkelt und angekotzt wirst, und das Schlimmste ist, du hast den Geruch noch in der Nase wenn du nach Hause kommst. Vor gut zwei Jahren arbeitete ich in einem Pflegeheim für junge Erwachsene mit frühkindlichem Hirnschaden oder die im Wachkoma lagen. Es war mit die beste Arbeit die ich bisher je hatte. Doch dort tratst du irgendwann auf der Stelle. Keine Möglichkeiten zur Weiterbildung, viel zu viele Überstunden, dass ich mich schon freuen konnte, wenn ich nächsten Monat wenigstens mal zwei ganze Tage frei hatte.

Und nun hänge ich auf einer kardiologischen Station fest, die wirklich mehr als interessant ist, aber die Leute drumherum einfach einen so großen Stress schieben, dass es es echt keinen Spaß mehr macht. Meinen Kollegen können genau so wenig etwas für die Situation wie ich, aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich nun weiterziehen muss.

Manche von euch mögen vielleicht denken, dass es in jedem Job Phasen gibt, in denen es einem absolut nicht gefällt, oder man am liebsten jedem zweiten Dahergelaufenem mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen möchte. Aber das kümmert mich recht wenig. Ich habe bisher die verschiedensten Sparten meines Berufs kennen gelernt. Und im Grunde genomme, macht mir meine Arbeit auch eine riesen Freude. Ich habe jeden Tag mit Menschen zu tun, habe viiiiiel Bewegung und "fast" jeden Tag nette Gespräche, wenn diese auch immer kürzer werden.

Doch seit einer langen Zeit trete ich nun auf der Stelle und habe noch nicht das Ideale für mich gefunden. Ich habe schon einen Menge Ideen, was ich gerne lernen würde, aber entweder ist es immer zu teuer oder absolut unrealistisch! Meine Güte, was ist schon dabei, ein Kopfgeldjäger, Astronaut oder sondergleichen zu werden? Nein, Scherz beiseite.

Ich bin mir sicher, dass viele von euch auch das Gefühl schon einmal hatten, einfach festzustecken, keinen Schritt weiter zu kommen, und irgendetwas fehlt.

Ich bin nun derzeit auf der Suche nach diesem Etwas, damit mein Leben, damit ich, ein wenig froher werde. Vielleicht auch ein wenig entspannter, mal wieder impulsiver. Lediglich so, wie ich früher einmal war...

Ihr kennt euer altes Ich, eure alten Träume, Wünsche und Pne. Ihr schaut auf euer neues Ich und könntet davonlaufen. Wer ist das? Soll ich das sein? Was ist mit dem alten Kram passiert? Wo ist die Kiste mit den ganzen Postkarten hin? Die Berufsplakate, die wir im Kindergarten gefertigt haben? Unser Tagebuch, dem wir unsere geheimsten Wünsche anvertraut und sie aber nie realisiert haben?

Meine Aufgabe an euch heute. Kramt mit mir zusammen eure alten Sachen raus und wer weiß, vielleicht können wir ja einen der Wünsche erfüllen, einen Plan in Angriff nehmen.

Und was wolltet ihr früher mal machen/werden, was macht ihr heute und seid ihr zufrieden damit?

 

 


 

11.1.13 10:07, kommentieren

Werbung


Wie erstelle ich mir einen Blog und was für einen Blödsinn erzähle ich dann den Lesern...

Zunächst einmal: Hi!

Ich sitze hier um rund 4 Uhr morgens an meinem Computer und komme spontan auf die Idee, meinen eigenen Blog zu erstellen.Meine Finger sind schon eiskalt, da nach drei unterschiedlichen Blogger-Seiten durchstöbern plus eine etwas unbequeme Sitzposition nun sämtliches Blute aus meinen Gliedmaßen gewichen ist. 

Was um alles in der Welt, fragt man sich also, bringt mich dazu, als bisher sehr tweetscheue Person, im Internet über irgendetwas zu reden und darauf zu warten, dass andere Leute mein soeben in die Tasten gehauenes zu lesen und zu kommentieren?!

Wie man denke ich schon aus meinem Untertitel erkennen mag, ist mein Leben derzeit alles andere als entspannt und ruhig. Vor knapp zwei Jahren war ich noch kurz davor mit der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" ins Ausland zu gehen und zu helfen wo Not am Mann war. Man muss wissen, ich bin keine Mutter Theresa, mache es jedoch auch nicht um mein Gewissen zu beruhigen oder vorherige Sünden reinzuwaschen. Meine Gründe waren wohl eher viel niederer Natur. Ich hatte von den Männern die Schnauze voll, war genervt von meiner damaligen Arbeit und hoffte auf ein Abenteuer weit weg. 

Und wie immer, wenn du schon alle deine sieben Sachen fast gepackt hast und dich innerlich schon von sämtlichen Menschen verabschiedest. begegnest du jemandem oder einem Lebensumstand der deine sämtlichen Pläne einfach so über den Haufen wirft.

In meinem Fall war es ein sehr verführerischer und liebevoller Jemand, der mich sofort aus den Socken gehauen hatte. So viel zum Thema "die Männer gingen mir auf die Nerven"...

Ich gestehe zu meiner Schande, ich wischte sofort jegliche Warnungen meiner Freunde aus meinem Gedächtnis und stürzte mich Hals über Kopf in eine neue Beziehung.

Und tadaaaaaa: Überraschung!!! nach zehn Wochen saß ich beim Frauenarzt und hielt das Ultraschallbild mit einem kleinen weißen Fleck darauf in den Händen.(Ich war das erste Mal froh, dass die Untersuchungsstühle diese gruseligen Beinspreizer hatten, da ich mich nun leicht an ihnen anstützen konnte.Sonst wäre ich vermutlich in einem lauten Knall zu Boden gestürzt.)

Es kam aber trotz aller anfänglicher Panik besser als ich es mir je hätte erhoffen können. Mein Freund war überglücklich und unsere Entscheidung, es einfach einmal als kleine Familie zu versuchen, hat sich mehr als ausgezahlt.

Jetzt habe ich hier den allerhübschesten kleinen Burschen zu Hause sitzen, den die Welt je zu Gesicht bekommen hat und ich genieße jede freie Minute mit ihm.Ich werde euch vermutlich noch viel zu viel von meinem Sohn erzählen und euch mit Windel-/Kotz-Storys langweilen, daher komme ich zum Anfang zurück.

Trotz einer bisher schon unglaublich wunderschönen Zeit im letzten Jahr und kurz vor dem Wiedereinstieg in den Job, befiel mich hin und wieder das Gefühl, dass etwas entscheidendes fehlt in meinem Leben.Etwas sehr essentielles wie ich finde.

Bald beginne ich wieder an zu arbeiten in einem Beruf, von dem ich mir nicht einmal sicher bin, ob ich ihn noch jahrelang ausüben will. Ich blicke auf mein Leben vor meinem Sohn zurück und erkenne,dass ich keine meiner "aufregenden" Pläne/Abenteuer bisher durchgezogen habe. Stecke in einer Beziehung, die ich mir oft mehr als schön rede, aber sie um keinen Preis aufgeben will und eigentlich will ich doch mit diesem Kerl auch alt werden...

Mein Kopf ist voll mit unerfüllten Träumen,Ängsten vor weiteren unerfüllten Träumen,Chaos im alten und derzeitigen Leben und dem einfach stinknormalen alltäglichen Wahnsinn. Ihr seht schon, es geht mir nicht anders als wahrscheinlich einer Million andere Menschen auch. 

Nun dachte ich mir, versuche doch einfach mal ein wenig Ordnung in dieses Chaos und den Stress zu bringen und vielleicht erhalte ich hier auch die ein oder andere Unterstützung, einen Rat oder Gleichgesinnte.

Also macht mit mir einen auf Julia Robert wie in "Eat,Pray,Love" und lasst uns gegenseitig Lebensweisheiten an den Kopf schmeißen.

In diesem Sinne:

Bis bald ihr Verirrten

 

7.1.13 04:33, kommentieren